Das perfekte Glas für jeden Wein
Wein wird bereits seit Jahrhunderten getrunken. Mit den aufsteigenden Anforderungen der Tischkultur im 18. Jahrhundert, gewann die Optik von Weingläsern immer mehr an Bedeutung. Sie wurden bemalt, geschliffen, graviert und vergoldet. Heute wird sich aufs Wesentliche konzentriert. Ungeschliffene, ungefärbte und dünnwandige Gläser, machen die Temperatur des Weins schon auf den Lippen spürbar. Bei dickem Glas tritt diese Reaktion nicht ein.
Claus Josef Riedel entwickelte mit seinem Unternehmen 1986 die erste Maschinenglasserie. Sein richtungweisender Entwurf entspringt dem Prinzip, dass das Design sich dem Getränk und seinen Funktionen unterzuordnen hat. Die Form des Glases spielt eine große Rolle, weil ein- und derselbe Wein aus verschiedenen Gläsern anders schmecken kann. Wird ein Wein aus dem “falschen” Glas getrunken, können sich die Duftnoten nicht entwickeln. Nicht jede Weinsorte erfordert ein eigenes Weinglas, aber es gilt: die Größe des Weinglases passt sich der Schwere des Weines an.
Ein großer Weinkelch eignet sich für elegante Rotweine und körperreiche Weißweine, ein mittleres Weinglas für Weißweine und leichte Rotweine, ein kleines Weinglas für alkoholischere Weine, wie Portwein, Dessertweine und Sherry.
Das Weinglas bildet den Genuss
Das Weinaroma entfaltet sich erst im richtigen Glas optimal. Dazu muss nicht das teuerste Exemplar her, sondern lediglich die Form stimmen. Das Duftaroma des Weines lässt sich am besten wahrnehmen, wenn wenig Wein in das Glas eingegossen wird. Er entfaltet sich am Gaumen weiter, aber die geschmackliche Kraft von Säure und Frucht zeigt sich in verschiedenartigen Glasformen vollkommen anders. Der Nachgeschmack entscheidet über Genuss und Qualität. Alle diese Komponenten sind von der Glasform abhängig.
Bei der Weinverkostung wird das Glas geschwenkt, um den Wein die Innenfläche des Kelches benetzen zu lassen. An dieser Glasfläche entsteht der Geruchseindruck, den die Nase aufnimmt. Ein volles Glas hat zu wenig von dieser Fläche, was die Geruchsempfindung beeinträchtigt.
Weingläser werden am Stiel und nicht am Kelch gehalten, weil sich sonst die Handwärme auf den Wein überträgt. Die ideale Trinktemperatur für Rotweine liegt zwischen 15 – 18°C, bei Weißweinen bei 8 – 12°C. Bei zu warmen Gläsern kann der Wein einen faden Eindruck erhalten. Bei zu kalten Gläsern kann das Aroma eine sterile Nuance enthalten.
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